Adipositas, auch umgangssprachlich als Fettleibigkeit bekannt, gehört zu den häufigsten Erkrankungen eines Tieres.

1. „Ein Tier wird dann als übergewichtig bezeichnet, wenn das aktu- elle Körpergewicht mehr als 10-20% über dem Idealgewicht liegt.“

2. Das Idealgewicht ist nicht immer eindeutig zu erkennen und ist von vielen Faktoren wie beispielsweise dem Alter des Tieres, der Größe oder der Rasse, abhängig.
Wie kannst du als Hunde oder Katzenhalter nun das Idealgewicht deines Tiers feststellen?
Du hast die Möglichkeit zu schauen, ob du die Rippen, das Becken oder die Wirbelsäulenknochen sehen und leicht ertasten kannst. Zudem ist eine gut sichtbare Taille ein Zeichen für ein ideales Körpergewicht. Kritisch wird es dann, wenn du weder eine Taille sehen kannst, noch die Rippen, Beckenknochen, sowie die Wirbelsäule erfühlen kannst. Auch einen deutlich zu sehenden „Hängebauch“ stellt ein klares Warnsignal dar.

3. Ein zu hohes Gewicht ist keinesfalls ein Schönheitsmakel, sondern stellt einen ernstzunehmenden Risikofaktor für dein Tier dar.

4. Die Fettzellen produzieren eine Reihe von Zytokinen und Hormonen, welche entzündungsfördernd sind und bei vielen Erkrankungen eine wesentliche Rolle spielen. Außerdem ergibt sich durch ein zu hohes Gewicht oxidativer Stress, wodurch einige Erkrankungen begünstigt werden. Folgende Problemfelder können durch eine Adipositas auftreten:

Barf artgerecht - Übergewicht
  • eine verkürzte Lebenserwartung
  • Krebs
  • Harnwegserkrankungen
  • Herz- Kreislauf- Erkrankungen
  • Hauterkrankungen
  • Bauchspeicheldrüsenentzündungen
  • metabolische Veränderungen wie Insulinresistenz, Glukoseresistenz, Fettstoffwechsel-
    störungen
  • funktionelle Störungen wie eingeschränkte Immunfunktion, Dystokie, Hitze- und Bewe-
    gungsintoleranz, Gelenkserkrankungen, Atemprobleme, Bluthochdruck
  • verringerte Immunabwehr
  • Tumorneigung
  • Gelenkprobleme
  • weniger Lebensfreude

Die mit Abstand häufigste Ursache der Adipositas ist eine dauerhaft positive Energiebilanz. Das bedeutet, dass Tier nimmt mehr Energie auf, als es verbrauchen kann. Oftmals liegt das Problem in dem Besitzer selbst, da dieser die Quelle der Nahrungsaufnahme des Tieres darstellt. In Ausnahmefällen können auch Erkrankungen wie eine Schilddrüsenüberfunktion, Cushing oder ein Tumorwachstum, Gründe einer vorliegenden Fettleibigkeit sein. Besteht keine dieser Erkrankungen und das Tier nimmt trotz Diät nicht ab oder legt weiter an Gewicht zu, ist hier meist eine zu große Futtermenge das Problem. Entweder sind die Portionen im Allgemeinen zu groß oder das Futter steht dauerhaft zur Verfügung. Auch die Leckerchen zwischendurch oder eine weitere Futterquelle bei beispielsweise dem Nachbarn können potentielle Möglichkeiten sein, weshalb das Tier nicht abnimmt.

Tipp: Wenn du merkst, dass dein Hund nach der Kastration oder im Alter an Gewicht zulegt, reduziere die Futtermenge um 20-30%

Wenn es nun dazu gekommen ist, dass dein Tier zu dick ist, was kannst du tun?

Wichtig sind ein schnelles Erkennen und Handeln, um die oben genannten Risikofaktoren schnellstmöglich zu minimieren. Zuerst muss natürlich die Ursache der Fettleibigkeit festgestellt werden. Liegt diese nun an einer zu großen Futtermenge, muss die Ernährung angepasst werden. Die Futtermenge sollte so konzipiert werden, dass ein Kaloriendefizit vorliegt. Am besten eignet sich ein strukturierter Ernährungsplan.“6

Auch wenn der Hund bettelt und du Mitleid bekommst, solltest du dir bewusst machen, wie schädlich das Übergewicht für deinen Vierbeiner ist. „Außerdem liegt es in der Natur des Hundes, dass er stets hungrig ist, da sie durch ihr instinktiv verankertes Verhalten, fressen, wenn etwas da ist, so lange es da ist“.7

Dieser Instinkt ist im Überleben in der Wildnis essentiell, doch in der Welt des Überflusses ein Problem. Am gesündesten ist es, wenn das Tier langsam abnimmt, da ein zu schnelles Ab- nehmen zu einem Jo-Jo Effekt führen kann. Ebenfalls ist nicht nur das einfache Reduzieren des Futters wichtig, sondern auch die Qualität des Futters. Der Nährstoffbedarf muss trotz der Reduktion noch gewährleistet bleiben. Besonders gut eignet sich mageres Fleisch, Gemüse oder Quark.8

Ein weiterer Wichtiger Punkt ist eine ausreichende körperliche Aktivität. Dazu zählen längere Spaziergänge von mindestens 20min. pro Tag. Schwimmen zeigt sich eben- falls als sehr wirkungsvoll, da dies besonders die Gelenke des Hundes schont. Gerade bei stark übergewichtigen Tieren ist das Schwimmen zu Beginn eine gute Möglichkeit. Bei adipösen Katzen kann das Training in Form von aktivem Spielauffordern geschehen. Hier kön- nen Laserpointer, Bälle oder Angeln genutzt werden.9

Abschließend lässt sich sagen, dass es viel leichter ist, Übergewicht zu vermeiden als es spä- ter wieder loszuwerden. Sollte es jedoch dazu gekommen sein, dass dein Tier übergewichtig ist, versuche schnellstmöglich zu intervenieren.
Gerne kann ich dir bei der Futterumstellung helfen und dich weitergehend beraten.

Erfahre mehr über mich

Trete mit mir in Kontakt

Quellenverzeichnis:
Fritz, J., (2015). Hunde barfen. Alles über Rohfütterung. Stuttgart, Eugen Ulmer KG.
Neiger, R., (2020). Differenzialdiagnosen. Innere Medizin bei Hund und Katze. Stuttgart, Georg Thieme Verlag. Wolf, N., (2021). Übergewicht beim Hund. Online verfügbar unter https://fabelschmiede.word- press.com/2015/12/18/winterspeck-nadine-wolf/